Geburt und Trauma

Eine optimale Geburt gibt es nicht


Geburt muss nicht traumatisch sein. Trotz - oder wegen? - unseres großen Wissens rund um die Geburt gelingt es nur selten, für Mutter und Kind eine optimale - das heißt intime und entspannte - Geburtsumgebung zu schaffen. Vor allem Erstgebärende wissen oft nicht, was auf sie zukommt und lassen sich leicht verunsichern. Das Krankenhaus denkt mehr an die Komplikationen als an die schönen Seiten und beugt dementsprechend vor, und die spirituelle Dimension einer Geburt wird mehr und mehr vergessen.

 

Bei Unsicherheit und Zeitdruck kann die Mutter nicht ausreichend zur Enspannung finden. Diese ist aber notwendig, damit die Geburt für Mutter und Kind unbeschadet und komplikationslos ablaufen kann. Der Stress beginnt oft schon während der Schwangerschaft. Frauen haben heute viele Aufgaben zu bewältigen, stehen häufig unter Erfolgsdruck und haben nur wenig Kontakt zu ihrem eigenen Körper. So können sie oft nicht ihrer Intuition und inneren Weisheit vertrauen und folgen den Empfehlungen von Aussenstehenden.

Frauen können alleine in der Natur gebären

Bei manchen Naturvölkern gebären die Frauen wie unsere nächsten Verwandten, die Primaten, ganz alleine in der Stille und Abgeschiedenheit der Natur.

 


Hausgeburt vs. Krankenhaus

Wahrscheinlich am Schönsten ist eine Hausgeburt mit einer Hebamme, zu der die werdende Mutter volles Vertrauen hat. Diese Art ist bei den kultivierten Völkern am weitesten verbreitet. Bei entsprechender Vorbereitung kann in der vertrauten Umgebung die Geburt für Mutter und Kind zu einem uItimativen Erlebnis werden.

In manchen Ländern steht bei den Hausgeburten ein Arztteam im nächsten Krankenhaus zu Verfügung, sollte es Komplikationen geben.

 

In den Industrieländern ist die Geburt im Krankenhaus üblich. Die Krankenhausroutine impliziert, dass Geburt potentiell mit Gefahren verbunden ist. Dennoch fühlen sich viele Frauen in dieser Umgebung sicherer. Aber die medizinische Überwachung der Schwangerschaft kann die ruhige Entwicklung des Ungeborenen stören, sie erzeugt auch Angst und Unsicherheit. Der Einsatz von Überwachungssystemen, Weheneinleitung, Schmerzmitteln, geburtlichen Hilfsmitteln ist vorgesehen. Der Geburtsvorgang wird hier stark von aussen beeinflusst. Für die Mutter und besonders für das Kind bedeutet dies Unsicherheit, Fremdbestimmung und Angst und kann zu Trauma-Erlebnissen führen. Der Vorteil dieser Art von Geburt ist die sehr niedrige Sterblichkeitsrate.

Dazu kommt, dass die Kinder oft schnell abgenabelt werden. Früher wurden sie oft schnell von den Müttern getrennt und nur zum Stillen hatten sie den lebensnotwendigen Kontakt. Viele Bindungsprobleme heutiger Erwachsener lassen sich auf diese Routine der 50er bis 80er-Jahre zurückführen.

 


Wenn Menschen ihrer Intuition folgen, geht in der Regel alles gut.